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Tag 2 22.06.2002
Irgendwie sind wir heute recht früh wach geworden, der Orts- und Klimawechsel hat sich doch bemerkbar gemacht. Da der einzige Supermarkt von Kangerlussuaq erst um 9:00 Uhr geöffnet hat, haben wir uns entschlossen, unser Zelt abzubauen und im Hotel am Flughafen zu frühstücken. Hier haben wir erstmalig Bekanntschaft mit den grönländischen Preisen gemacht: 2 Tassen Kaffee und 3 Brötchen mit Butter und Honig für 60 DKr (ca. 9 €). Aufgrund des Verhaltens der Grönländer haben wir vermutet, dass es sich für den Preis wenigstens um ein Frühstücksbuffet handelt und haben uns mit schlechtem Gewissen noch einmal Nachschub geholt. Später haben wir erfahren, dass es so ok. war.

Anschließend haben wir uns im Supermarkt mit einigen wichtigen Dingen für die erste Wandertour eingedeckt. Unter anderem haben wir eine Flasche Haushaltssprit, für unseren kurz vor dem Urlaub neu errungenen Benzin- und Gaskocher von Primus, erworben. Camping-Gaz-Kartuschen gab es nicht, somit waren wir froh, dass wir uns den neuen Kocher zugelegt hatten.

Gut gestärkt sind wir dann zum Inlandeis aufgebrochen, ca. 25 km Schotterpiste waren zu bewältigen, das würde noch keinen großen Anforderungen an den, bei uns nicht sehr ausgeprägten, Orientierungssinn stellen. Aber die Anforderungen an Durchhaltevermögen und Willenskraft waren für den ersten Tag recht hoch. Wir mussten lernen, in anderen Dimensionen als in den Alpen zu denken. Aufgrund der sehr klaren Luft ist die Fernsicht sehr gut und man denkt ständig, dass der nächste markante Punkt doch gar nicht mehr weit weg sein kann, weil man ihn schon lange sieht. Dass es dann doch noch sehr lange dauert, bis man dort ist, damit muss man lernen umzugehen, dann fällt das Wandern leichter.

Kangerlussuaq

Die Piste zum Inlandeis beginnt direkt am Flughafen von Kangerlussuaq. Kurz vor dem Ortsausgang wurden Holzhäuser montiert.

Dieses Haus war gute 3 Wochen später nicht mehr da, wahrscheinlich wurde es per Boot oder Heli an seinen endgültigen Standort transportiert.

Wenige Kilometer außerhalb des Ortes kommt man am nördlichsten 18-Loch-Golfplatz der Welt vorbei. Wir haben noch nie Golf gespielt, deshalb können wir die Qualität des Platzes nicht beurteilen, aber nach unserer Erfahrung, gibt es auf der Welt wesentlich schönere Golfplätze.

Blumen von Grönland

Dann führte die Piste immer weiter in leichtem bergauf und bergab Richtung Sugar Loaf, einem Aussichtsberg. Den Anstieg auf diesen Berg haben wir uns nach einem Blick auf das GPS-Gerät erspart, denn ca. 2/3 der Gesamtstrecke lagen noch vor uns und wir waren schon knapp 2 Stunden unterwegs.

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