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Skandinavien - Winterreise (Dezember 2024)
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Röstånga 30.11.-2.12.2024
Zwei Wochen sind noch Zeit bis wir im ersten Skigebiet sein wollen. Es geht in kleinen Schritten weiter nach Norden. Den Söderåsens Nationalpark haben wir im Juni 2020 erstmals besucht. Damals war der schöne Campingplatz in Skäralid geöffnet, jetzt ist alles zu. Auf dem Parkplatz darf man mit dem Wohnmobil nicht übernachten, deshalb steuern wir diesmal den nicht so populären Südeingang des Nationalparks an. Hier stehen noch keine Verbotsschilder und wir sind fast allein.
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Vom Nationalparkzentrum sind vier Wanderwege ausgeschildert. Der Ankunftstag ist durch Einkauf und Ver- und Entsorgung schon fortgeschritten, so dass wir uns für die kurze Variante zum See Odensjön entscheiden.
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Die Landschaft zeigt sich so, wie wir Schweden lieben. Lichte Laubwälder mit bemoosten Stämmen und vielen Baumpilzen lassen sofort Trollphantasien aufkommen. Wir fühlen uns in diesem Land einfach wohl!
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Im Nationalpark können wir keine Zweige für das Adventsgesteck "ernten". Zum Glück gibt es neben dem Parkplatz einen Supermarkt, der Bunde aus Nobilistanne anbietet und somit den ersten Advent rettet. Unsere Reber Mozart Leckereien für das Adventskalendersäckchen sind schon seit der Abfahrt in Werne mit dabei und werden uns nun jeden Tag bis Weihnachten versüßen.
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Am nächsten Tag wollen wir zum Ausgangspunkt der Wanderung mit dem Bus fahren. Dafür ist es nötig die App des regionalen Verkehrsunternehmens zu installieren, es gibt seit Anfang diesen Jahres keine Fahrscheine mehr beim Fahrer. Als Reisende durch verschiedene Gegenden nervt uns das, doch ohne App keine Busfahrt.
Also installieren wir sie und sind positiv überrascht. Mit nur der Handynummer ist es möglich, den Account zu erstellen. Die Kreditkarte für die Bezahlung kann jedesmal neu eingegeben oder auch gespeichert werden. Die Bedienung der App ist so intuitiv, dass ich (Bianka) sie auf Anhieb verstehe. Das will was heißen! Man kann das Ticket auch schon lange vor der Abfahrt kaufen und bei Fahrtantritt erst aktivieren.
In Deutschland fragen wir uns immer, wie der Busfahrer erkennen soll, ob ein hochgehaltener QR-Code gültig ist oder nicht. Hier in Schweden muss man den dynamischen QR-Code im Bus scannen. Das Ticket ist anschließend als benutzt gekennzeichnet. So haben Schwarzfahrer keine Chance.
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In Skäralid, beim Haupteingang des Söderåsens Nationalpark, steigen wir aus. Der Stausee liegt spiegelglatt da und in den Klippen wabert Nebel umher, was für eine mystische Stimmung.
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Wir wandern die kleine gelbe Runde. Über Holzstege geht es zunächst direkt am See entlang und dann durch das "Skäralidsdalen".
Es ist mit knapp über 0°C recht kühl und die Bretter sind rutschig, stellenweise sind Schlammlöcher zu umgehen. Uns macht die Wanderung trotzdem Spaß.
Natürlich ist es im Sommer schöner, doch dann muss man die Natur auch mit deutlich mehr Leuten teilen. Heute ist Sonntag und kaum jemand unterwegs.
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Nach ca. 2 km führt der Weg auf eine Klippe. Schon bald erblicken wir den "Kopparhatten". Der Nebel trübt die Aussicht ein bisschen, beeindruckend sind die sich 90 m über dem Tal erhebenden Felsen dennoch.
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Zurück zum Starrtpunkt in Röstånga wandern wir über den Skåneleden, einem Fernwanderweg, der durch die ganze Provinz Skåne führt und von dem wir schon mehrere Abschnitte gegangen sind. Im Wald spaziert Damwild umher. Ein Tier ist schwarz und eins weiß, so etwas haben wir noch nie gesehen. Leider laufen sie davon, als wir die Kamera aus dem Rucksack holen und uns gelingt nur noch ein unscharfes Foto.
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Die spätere Recherche im Internet ergibt, dass beide Tiere einen Gendefekt haben und eigentlich geschossen werden müssten. Die weiße Färbung ist sehr selten und kein Jäger mag dieses Wild erlegen, denn die Legende besagt, dass jemand aus der Familie des Jägers stirbt, wenn er das weiße Tier tötet. Wer will das schon?
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Wie immer mussten wir auf der Fähre das Gas zudrehen und den Kühlschrank während der Fahrt mit Strom betreiben. Inzwischen ist es zwar möglich, das Wohnmobil auf dem Schiff an die Steckdose anzuschließen, doch 9 € war es uns nicht wert. Auf dem recht warmen Autodeck hat der Kühlschrank dann während der ca. 11 Stunden langen Überfahrt 30% der Kapazität aus den Akkus gezogen.
Dummerweise schien in den letzten Tagen kaum die Sonne, so dass der Solarertrag gering ausgefallen ist. Nun stehen wir die sechste Nacht frei und allmählich neigt sich die Akkukapazität dem Ende zu.
Um nicht zu riskieren, dass wir morgen früh nicht heizen können, weil die Akkus abschalten, muss der Moppel (Stromgenerator) ran. In den letzten drei Jahren haben wir ihn nur als Not-Backup in der Alubox am Heck spazieren gefahren. Nun ist es gut, dass er nicht zu Hause bleiben musste, obwohl wir dies kurz in Erwägung gezogen hatten.
Uwe lässt ihn für eine Stunde laufen. Der erzeugte Strom reicht bis zu nächsten Morgen, dann geht es weiter zu einem Stellplatz.
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Mellbystrand 2.-5.12.2024
Auf der Fahrt zum Ostseestrand steht der erste Einkauf im Dollarstore an. Wir lieben diesen Laden, der ein vielfältiges Sortiment zu günstigen Preisen anbietet. Von dem ganzen Schnickschnack kann man als Wohnmobilreisender zwar nichts kaufen, doch ein bisschen Spielzeug für die Enkel und Süßigkeiten für uns finden sich fast immer.
Auf dem Stellplatz in Mellbystrand sind wir ganz allein. Bezahlt wird online, Strom ist eingeschalten, Wasser abgestellt und der Preis sehr günstig.
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Bis zum endlos scheinenden Strand sind es nur ein paar Meter. Die Sonne kommt raus, was geht es uns gut!
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Wir spazieren einige Kilometer durch den Sand und erkunden den einen oder anderen Strandübergang.
Dabei entdecken wir eine tolle Strandsauna, die um diese Jahreszeit leider nicht betrieben wird, sonst hätten wir sie gerne genutzt.
Am Ende des Ortes liegt ein großer Campingplatz, der ebenfalls geschlossen ist. Von hier aus laufen wir entlang der verlassenen Strandhäuser zum Stellplatz zurück.
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Das Wetter bleibt gut, nur kalt ist es über Nacht geworden. Auf den Hängen liegt etwas Schnee. Wir brechen zu einem Strandspaziergang in südliche Richtung auf. Hier kann ein Strandabschnitt im Sommer mit Autos befahren werden. Für uns ist nas nix, aber manche Leute finden es vielleicht lustig.
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Kormorane mit weißem Bauch haben wir bisher noch nie gesehen. Die Recherche ergibt, dass es sich um Jungvögel handelt, deren Gefieder weniger wasserabweisend ist. Deshalb trocknen sie sich wohl im Wind.
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Auf dem Rückweg erntet Uwe einen Birkenporling, der gleich in Alkohol eingelegt wird, um eine Tinktur herzustellen. Diese wirkt lindernd bei Magen- und Darmerkrankungen, immunstärkend sowie antiviral, entzündungs- und krebshemmend.
Sogar die Gletschermumie Ötzi hatte zwei dieser Pilze dabei, was bestätigt, dass die Verwendung des Birkenporlings eine lange Tradition hat.
Im Internet sind Anwendung und Wirkung auf diversen Seiten gut zusammengefasst.
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Svenljunga 5.-7.12.2024
Bei der Routenplanung in Google Maps sticht mir die "Laxbutiken" ins Auge. Da war doch was? Ach ja, uns wurde der Laden empfohlen, also nix wie hin.
In dem Delikatessengeschäft werden Fjordlachs und Regenbogenforellen aus Farmen in Norwegen in allen erdenklichen Variationen angeboten.
Der Fisch kommt im Ganzen im Hafen von Göteborg an und wird von Hand filetiert, was eine höhere Qualität garantiert als bei Filets aus der Maschine.
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Anschließend gelangt er in die Restaurantküche der "Laxbutiken" oder in die eigene Räucherei in Österlen. Wir entscheiden uns für zwei Stücke Lachsrücken in Sashimi-Qualität, Graved Lachs mit Meerrettich sowie Sashimi und Lachsomlett zum Mitnehmen. Danke Meike für den Tipp, es schmeckt echt lecker!
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Ab 8.12.2024 könnte man auf dem Campingplatz des Kultkaufhauses "Gekås" für's Weihnachtsshopping zum halben Preis übernachten. Wir sind etwas zu früh dran und parken nur für einen kurzen Bummel.
An der Webcam beim Eingang winken wir Uwes Schwester zu und stürzen uns dann ins "Vergnügen".
Dummerweise nehmen wir keinen Einkaufswagen vom Parkplatz mit und kommen rückwärts auch nicht mehr raus, um einen zu holen.
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Das kleine Tragekörbchen vom Eingang ist schnell mit günstigen Lebensmitteln gefüllt, die wir erstmal zum Wohnmobil bringen.
Bei der nächsten Runde sind wir schlauer, doch unser Wagen wird nicht annähernd so voll wie bei den Schweden. Es ist unglaublich, was die Leute aus dem Laden schleppen und wie geschwind das Personal die Waren in den Regalen nachlegt.
Wir leiden an Reizüberflutung und fahren weiter :-)
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Die Nacht auf dem Stellplatz der Moga Freizeitanlage in Svenljunga verläuft ruhig. Am nächsten Vormittag nutzen wir das Schwimmbad und die Sauna für einen sagenhaft günstigen Preis. Wasser und Luft sind gut temperiert, die Saunen haben 45°C (Dampfbad), 70°C und 90°C. Es gibt sogar ein Café.
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In Schweden kann sich jeder sportlich betätigen, ohne in einen Verein eintreten zu müssen. Die kommunalen Sport und Freizeiteinrichtungen sind frei oder für wenig Geld zugänglich. Eine Frau erzählt uns, dass sie eine Jahreskarte für ca. 100 € nutzt, so kann ein Land seine Bevölkerung fit und gesund halten.
Wir wollen ja nicht immer vergleichen, aber in Deutschland sind viele Schwimmbäder mittlerweile geschlossen oder unverschämt teuer geworden, vor allem für Familien.
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Trollhättan 7.-10.12.2024
Ende März 2023 waren wir auf der Rückreise einer Wintertour in Trollhättan. Schon damals hat uns die Lage des Stellplatzes gefallen. Es kommen zwar nicht so oft dicke Pötte vorbei, aber jedes Mal ist es spektakülär zuzuschauen, wie sie durch die schmalen Schleuse manövrieren.
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Morgens prasselt Regen auf das Dach, also erstmal gemütlich frühstücken, Kuchen backen und in aller Ruhe mit der Familie telefonieren.
Nachmittag reißt der Himmel auf. Einem Spaziergang bis ins Stadzentrum, immer am Trollhätte-Kanal entlang, steht nichts mehr im Wege.
Wir schlendern über den Weihnachtsmarkt, bummeln ein bisschen durch die Fußgängerzone und schauen den Kindern auf der Eislaufbahn zu.
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Auf dem Rückweg kommen wir an der Dampflok SJB 1320 vorbei, die 1917 hier in den NOHAB-Werken gebaut wurde und bis 1993 für schnelle Güterzüge und schwere Personenzüge im Einsatz war. 1997 wurden die Fabrikräume in das Innovatum Science Center umgewandelt und die Lok zu Ehren des Platzes aufgestellt.
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Beim Einkaufen im Supermarkt sind wir heute mal wieder indirekt zur Nutzung der Selbstscanner-Kassen gezwungen worden, weil die Schlangen an den beiden mit Personal besetzten Kassen lang waren.
Dass Kunden die Arbeit der Kassierer übernehmen, gehört zukünftig wohl zur "schönen" neuen Welt.
Wir sind alles andere als begeistert davon, doch irgendwo gibt es auch Grenzen der Geduld, wenn kaum noch Bedienkassen geöffnet sind.
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Ob die Kameraüberwachung Alarm auslöst, wenn ungescannte Waren eingepackt werden oder Kinder Alkohol kaufen, wagen wir zu bezweifeln. Die Kassierer müssen die Selbstbedienungskassen im Auge behalten und werden dadurch langsamer, was zusätzlich zu den langen Warteschlangen beiträgt.
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Am nächsten Morgen weckt uns Sonnenschein. Es herrscht bestes Wetter für einen Spaziergang durch das alte Tal, in dem die vier Schleusen aus den Jahren 1800, 1844 und 1916 liegen. Sie sind Teil des Trollhätte-Kanals, der den Schiffsverkehr um den Wasserfall des Göta Älv herumführt. Die Boote überwinden hier 32 Höhenmeter. Die ganz alten Schleusen sind nicht mehr in Betrieb, aber als Zeugnis früherer Ingenieurbaukust noch gut erhalten.
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Im Naturreservat Älvrummet führt eine Fußgängerbrücke auf die andere Seite des Flusses, von wo aus wir zum 77 m hohen Aussichtspunkt des Kopparklinten aufsteigen.
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Von oben haben wir einen schönen Blick auf Olidan, dem ersten staatlichen Wasserkraftwerk Schwedens.
Die Brauerei unten am Kraftwerk besuchen wir auf dem Rückweg, doch der Braumeister scheint wohl gewechselt zu haben. Der Name lautet nun anders und als wir klingeln, öffnet niemand, um uns ein paar Dosen Bier zu verkaufen, schade.
Der Spaziergang führt uns jedoch erstmal zum trokenen Wasserfall des Göta Älv.
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Von der Oskarsbrücke hat man einen guten Blick über das ganze Gelände.
Es muss spektakulär sein, wenn die Wehre, welche sonst die Strömung des wassereichsten Flusses Schwedens zu zwei Kraftwerken umleiten, im Sommer zeitweise geöffnet werden und der Fluss wieder ungebändigt ins Tal stürzen kann.
Als nächstes liegt die hübsche Backsteinkirche an der Strecke. Leider ist sie wieder geschlossen.
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Nach etwa 7 km sind wir zurück im Schleusengebiet und fühlen uns an die Tour erinnert, welche wir im Frühling auf der fünften Winterreise unternommen haben.
Schleusentour März 2023 
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Dals Långed 10.-13.12.2024
Gern wären wir noch einen Tag länger in Trollhättan geblieben, doch die versprochene Sonne kann sich gegen den Nebel nicht durchsetzen. Also starten wir erstmal unsere Versorgungstour.
1. Stopp: Autowaschbox, um das Straßensalz abzuspülen, doch ohne Erfolg, weil zu niedrige Durchfahrtshöhe.
2. Stopp: Gasfüllstation, fast die letzte Gelegenheit, um nochmal füllen zu lassen, weiter im Norden sind Gastankstellen rar. Das Flaschengas ist in Schweden übrigens fast doppelt so teuer wie in Deutschland.
3. Stopp: LIDL-Markt, für spezielle Lebensmittel, auch die gibt es weiter nördlich seltener.
4. Stopp: Q8 Tankstelle, um Briefmarken für Postkarten zu kaufen, die wir an ältere Familienmitglieder schicken wollen. Das Porto ist, mit 3,10 € pro Karte, im Vergleich zu Deutschland recht teuer.
5. Stopp: Rastplatz an der E45, Klokassette in die Latrine entleeren und Mittag kochen. Ja, der Vormittag ist schwupp die wupp vorbei. Neben uns werden LKW von der Polizei kontrolliert, ob sie rausgefischt wurden oder es eine Rotinekontrolle ist, können wir nicht erkennen, doch die Beamten scheinen sehr gründlich zu sein.
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Vom Rastplatz haben wir noch 42 km zu fahren. Der Winter schickt seinen kalten Atem voraus, die Bäume sind mit Raureif überzogen. Die letzten 20 km verlaufen über eine Straße ohne Mittelstreifen, also eine sehr schmale Stecke. Ein PKW fährt vor uns, so dass wir immer rechtzeitig sehen, wenn jemand entgegen kommt, was zum Glück nicht so oft passiert. Manchmal ist es nicht so einfach, aneinander vorbei zu manövrieren und Ausweichstellen gibt es kaum.
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Auf dem herrlich gelegenen Stellplatz, der eigentlich für die Saison geschlossen ist, klopft jemand an die Tür und heißt uns willkommen. Es ist Thomas, wie vor ziemlich genau drei Jahren, als wir schon einmal hier waren.
Er lädt uns zur Gemeinschaftssauna am Abend ein, doch wir wollen sie lieber, wie schon gebucht, nur zu zweit nutzen. Thomas ist überrascht, dass wir drei Nächte bleiben, wünscht eine schöne Zeit und verrät uns den Türcode. Er nimmt auch gleich das Geld für Camping und Saunabuchung entgegen. So einfach geht das :-)
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Rund um den Ort sind einige Wanderwege ausgeschildert. Wir schlendern die Hauptstraße entlang und biegen dann zum kleinen Hafen Viken ab, wo auch eine tolle Badestelle für den Sommer liegt.
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Der für uns schönste Platz in Dals Långed ist der Eisenwarenhandel, welcher 1891 von Anton Olsson gegründet wurde. Noch betreibt ein Nachfolger der Familie mit viel Herzblut den Laden, doch er ist bald im Rentenalter. Es mag erstaunlich klingen, dass sich solch ein Geschäft rentiert, doch speziell die Jagdausrüstung ist bis in die weitere Umgebung gefragt. Im Sommer schauen Touristen gern im Laden vorbei oder besuchen das Café. Nächstes Wochenende findet hier ein Weihnachtsmarkt statt.
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Der Dalsland-Kanal ist eine weitere Sehenswürdigkeit in der Gegend. Er gilt mit seinen wie Perlen aufgereihten Seen als eine der malerischsten Wasserstraßen Europas. Der Kanal ist 254 km lang (davon sind nur 12 km künstlich angelegt) und überwindet mit den Schleusen 66 Höhenmeter. Er wird heute ausschließlich touristisch genutzt. Vielleicht sollten wir mal zu einer anderen Jahreszeit zum Paddeln hierher kommen.
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Am nächsten Morgen vertreibt die Sonne den zähen Nebel. Die Bäume sind märchenhaft vereist.
Wir gehen ein Stück auf dem bestens markierten Gesundheitspfad, welchen fast jeder Ort in Schweden hat, um die Bewegunga an der frischen Luft zu fördern.
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Wir dürfen eine weitere Schleuse bewundern und gelangen dann auf eine malerische Halbinsel im See.
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Der Nebel und die flachstehende Sonne tragen mit zu der mystischen Stimmung bei.
So langsam wird es richtig Winter. Die tieferen Temperaturen sind deutlich angenehmer, als wenn das Thermometer um die 0° anzeigt.
Bei der Rückkehr entdecken wir etliche Gimpel im Vogelbeerbaum neben dem Wohnmobil. Sie lassen sich durch uns nicht bei ihrem Mittagsmahl in der Sonne stören.
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Für den Nachmittag haben wir die Sauna am See reserviert. 20% Rabatt gibt es, wenn man selbst das Feuer entfacht. Das ist eine der leichtesten Übungen, Uwe der Feuerteufel heizt ordentlich ein.
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Nächstes Mal müssen wir das Feuer etwas früher anfachen. Es dauert ca. 1,5 Stunden, bis die Sauna richtig durchgewärmt ist. Eva, mit der wir Kontakt per SMS hatten, um unser Zeitfenster zu buchen, schaut kurz vorbei und informiert uns, das heute in der Kirche das Lucia-Fest stattfindet. Dann gehen wir schwitzen.
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Eine Dusche gibt es in einer original finnischen Sauna nicht. Man spült sich direkt im Schwitzraum mit kaltem oder erwärmten Wasser aus Kübeln ab, die zuvor im See gefüllt weren müssen. Das Wasser läuft durch die Bodenbretter raus. Abkühlung gibt es im See, allerdings nicht für uns, das ist dann doch ein bisschen zu kalt.
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Rottneros 13.-15.12.2024
So langsam müssen wir ein paar Kilometer abspulen, um weiter gen Norden zu kommen.
Heute ist allerdings nicht der beste Tag dafür. In der Nacht gab es Frost und es regnet ein wenig. Die Straßen sind glatt und teilweise mit Matsch bedeckt.
Eigentlich wollten wir das Wohnmobil an einer LKW-Tankstelle waschen, doch es wurde auch Salz getreut. Das hätte sich nicht gelohnt.
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Gegen Mittag erreichen wir den Parkplatz vom Rottneros Park. Hier findet am Wochenende ein kleiner Weihnachtsmarkt statt, den wir bereits auf der letzten Reise besucht hatten.
Gut, dass ein Streufahrzeug den spiegelglatten Parkplatz entschärft, damit ist das Driften der Jugendlichen am Abend hoffentlich ausgeschlossen.
Nachbarn haben wir auch, ein Camper aus Schweden ist kurz nach uns angereist.
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Die Nacht verläuft ruhig, nur die in der Nähe liegende E45 ist ein wenig zu hören und morgens der Regen.
Wir haben Glück, als der Weihnachtsmarkt eröffnet wird, kommt die Sonne raus.
Das Angebot ist ähnlich wie im letzten Jahr. Es gibt Räucherfisch, Wurst, Käse aus Lappland und viel Selbstgemachtes, auch Kunsthandwerk. Nur der Stand mit dem Weihnachtsbier, auf das wir uns schon so gefreut hatten, fehlt.
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Doch es kommt noch schlimmer! Schon beim Gedanken an die leckere Spiralkartoffel vom letzten Mal läuft uns das Wasser im Mund zusammen, nur ist der Verkaufswagen diesmal leider auch nicht dabei.
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Wir trösten uns mit einer Tüte gebrannter Mandeln und spazieren im warmen Licht durch den Park.
Den sogenannten Strandpark unten am Wasser haben wir im letzten Jahr gar nicht gesehen. Hier ist es diesmal besonders schön. Die Sonne steht tief und die Hütten spiegeln sich herrlich im Wasser.
Im Sommer kann man bei einem Picknick lange an den kleinen Sandstränden verweilen, baden gehen und die Aussicht genießen.
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Wir kehren hungrig zum Wohnmobil zurück. Auf die am Feuer aufgetauten Hamburger hatten wir keinen Appetit und Hot Dogs können wir selber machen.
In Schweden gibt es ja nur so wabbelige Würstchen mit reduziertem Fleischanteil. Nur gut, dass wir noch knackige Wiener von zu Hause dabei haben.
Uwe schmort ein paar Zwiebeln an, statt Brötchen nehmen wir Tunnbröd, mit dänischer Remoulade und süßsauren Gurken schmecken die Hotdogs total lecker.
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Kläppen 15.-20.12.2024
Können wir nicht einfach nur von A nach B fahren? Nee, die Gelegenheit, um unterwegs diverse Dinge zu erledigen, muss ausgenutzt werden.
Der Terri bekommt doch noch eine Wäsche. Gelohnt hat es sich nicht, denn wenige Kilometer weiter schleudert ein Streufahrzeug Salz auf die Straße.
Getankt wird auch gleich noch. Umgerechnet 1,53 € für den Liter Diesel ist derzeit normal, ab Januar soll der Sprit in Schweden wieder teurer werden.
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Ein Dollarstore liegt ebenfalls an der Strecke. Diesmal bekommen wir alles, was es letztens nicht gab.
Die Armee aus Wichteln, Weihnachtmännern und lustigen Elchen wartet noch immer auf ein neues Zuhause. Keine Ahnung, wer sich die schrillen Weihnachtsbäume ins Wohnzimmer stellt. Was passiert nach dem Fest mit dem ganzen Krimskrams? Das lagert doch niemand ein. Wird es entsorgt? Im nächsten Jahr gibt es neuen Schnickschnack. Hauptsache Einweggeschirr und Strohhalme aus Plastik sind verboten!
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Egal, wir fahren weiter und kaufen gleich noch ein paar Lebensmittel ein.
Inzwischen fragt man sich schon, wie weit die Preise wohl noch steigen werden. In Schweden sind viele Dinge nicht mehr teuerer als in Deutschland, wo wir für das bisschen auch ca. 70 € berappen müssten.
Während der Fahrt leuchtet ein Schraubenschlüssel im Armaturenbrett auf. Was denn nun? Google sagt: eine Wartung ist fällig. Ach so, die haben wir gerade machen lassen, also kein Grund zur Sorge.
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Auf den letzten 40 km sieht die Landschaft winterlich aus, Schneegestöber beeinträchtigt die Sicht und uns kommen die ganzen Hüttenbesitzer aus dem Sälenfjäll entgegen. Es ist Sonntag, der dritte Advent. Wir sind froh, vor Einbruch der Dunkelheit auf dem Campingplatz in Kläppen einzutrudeln.
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In der Nacht regnet es. Morgens sind wir verwundert, dass die Sonne scheint, der Wetterbericht hatte Wolken vorhergesagt. Naja, die Pisten werden vereist sein, so dass wir heute ohnehin nicht skifahren wollen.
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Gestern Abend gab es noch einen Aufreger, der uns wahrscheinlich nie wieder nach Kläppen kommen lässt. Das Sanitärgebäude wurde renoviert, was ja eigentlich löblich ist. An den Duschen sind nun Zahlenschlösser, wie an der Schranke und an den Türen zum Gebäude, installiert. Uwe gibt den Code ein, den wir per SMS zugeschickt bekommen haben, doch es kommt kein Tropfen Wasser raus, nicht mal kaltes. Dann entdeckt er den QR-Code an der Wand, mit dem man Zahlenkombinationen kaufen kann, um die Dusche zu aktivieren.
Wird die Welt immer verrückter? Wer geht denn mit Handy und Kreditkarte auf dem Campingplatz duschen? Wutentbrannt zieht er sich wieder an und wir duschen bei uns im Wohnmobil.
Die Nachfrage beim Betrieber ergibt, dass angeblich Fremde die Duschen missbraucht haben und das System deshalb eingeführt wurde. Das ist lächerlich, man hätte beim Umbau auch einen Durchflussbegrenzer oder eine automatische Abschaltung nach Zeit einbauen oder jedem Gast einen Code pro Tag zuteilen können.
Wir haben das Gefühl, dass es nur darum geht, die Renovierung über die Gäste zu amortisieren. Auch wenn die Dusche nur 6 Kronen (50 Cent) kostet, ist es sehr umständlich, sie separat zu buchen und bei einem für schwedische Verhältnisse hohen Übernachtungspreis von 500 Kronen (43 €) nicht angemessen.
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Zum Glück kennen wir noch genug Campingplätze, deren Serviceleistungen einfach im Preis inkludiert sind. Diese werden wir dann zukünftig besuchen.
Es geht nicht um die 50 Cent sondern ums Prinzip!
Am meisten ärgert uns, dass die Neuerung nirgendwo auf der Website oder in der Willkommensnachricht erwähnt wird.
Immerhin laufen Waschmaschine und Trockner noch ohne extra Gebühren. Das nutzen wir aus.
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Ein bisschen Frust haben wir schon in einem Chat mit der Rezeption des Skigebietes abgelassen. Es wird noch eine Beschwerdemail und eine entsprechende Bewertung bei Google geben. Dann machen wir unseren Frieden.
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Schöner als sich zu ägern ist es, im Sonnenschein herumzuspazieren. Wir bestücken die Kamiken mit Spikes und laufen über vereiste Wege zum Skigebiet. Die Pisten bestehen aus Kunstschnee und sind sehr hart, ob wir hier überhaupt Skifahren wollen, müssen wir uns noch überlegen.
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Nach einem kurzen Aufenthalt in der Skilodge geht es in den Wald, um einige Zweige für den Tomte zu holen. Er wird uns von nun an bis ins neue Jahr begleiten und hoffentlich Glück bringen.
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Es bleibt sonnig und wir möchten gern wissen, wie die Pistenverhältnisse im Skigebiet wirklich sind, ohne gleich einen kostspieligen Skipass zu kaufen. Was wäre besser geeignet als eine Skitour, um das rauszufinden?
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Dafür, dass im Gelände nur wenige Zentimeter Schnee liegen, sehen die Pisten ganz gut aus. Die Bullies haben die vereiste Oberfläche aufgerauht.
An einigen Stellen laufen die Schneekanonen auf Hochtouren. Bis Weihnachten müssen die restlichen Abfahrten fertig werden.
Am höchsten Punkt kommen die Felle von den Skiern ab und wir fahren runter zum Restaurant Halster.
Unten sind die Pisten eisig. Das macht keinen Spaß!
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In der gemütlichen Atmosphäre lässt es sich gut verweilen. Der "Dagenslunch" schmeckt noch immer lecker.
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Also, wenn nicht noch ein Wunder geschieht und es morgen schneit, werden wir in Kläppen keinen Skipass kaufen. Wir wollen nicht auf Eis rumrutschen, dann warten wir lieber, bis genug Naturschnee fällt.
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Frau Holle hat ein Einsehen und lässt den ersten Schnee auf dieser Reise fallen. Draußen ist es trüb, wir verbringen den Tag mehr oder weniger im Wohnmobil. Uwe stellt das Türschloss neu ein, weil es nicht mehr richtig verriegelt. Ich schneide ihm die Haare und abends gehen wir in die Sauna.
Durch die neue Technik an den Duschen kann man die Temperatur nicht mehr selbst regulieren, also sich auch nicht kalt abbrausen. Wir fühlen uns einmal mehr bevormundet, wissen uns aber zu helfen und nutzen den frischen Schnee zur Abkühlung nach der Sauna.
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Schade, dass es wieder wärmer wird. Erst pappt der Schnee und dann schmilzt er. Am nächsten Morgen ist erneut alles vereist. Egal, wir wollen noch einmal eine Skitour machen. Diesmal soll es zur Bergstation der Seilbahn gehen, um dort oben Mittag zu essen, doch das ist uns nicht vergönnt.
Noch bevor wir richtig aufsteigen können, kommt ein Mädel mit dem Scooter angefahren und erklärt uns, dass Skitourengehen auf der Piste nicht erlaubt ist. Auch darauf, dass wir am Pisterand gehen würden, lässt sie sich nicht ein. Es gäbe einen extra Skitourenweg, der jedoch noch nicht präpariert ist. Also drehen wir um.
Abends versuchen wir auf dem Campingplatz einen gestern gekauften Duschcode zu nutzen, doch der funktioniert nicht mehr. Gut, dass wir Handy und Kreditkarte sicherheitshalber mit ins Sanitärgebäude genommen haben.
Das war's dann mit Kläppen. Hier kommen wir höchstens nochmal her, wenn die Skibedingungen perfekt sind.
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Fjätervålen 20.-23.12.2024

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Weiter geht's gen Norden. Nach und nach werden die Straßen immer winterlicher. Von gestreut über blankes Eis bis schneebedeckt ist alles dabei.
Die ersten Weihnachtsurlauber sind unterwegs. Uwe fährt vorsichtig und gibt ab und an Blinksignale zum Überholen. Er ist glücklich, dass unsere Nokian Winterreifen die schwierigen Verhältnisse so gut meistern.
Särna, wo wir sonst auch schon öfter übernachtet haben, passieren wir nur auf der Durchreise.
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Unser Ziel ist das Skigebiet Fjätervålen. Dort waren wir mal kurz schauen, aber noch nie Skifahren.
Den Stellplatz kann man eigentlich nur wochenweise buchen, doch da jetzt erst die Saison beginnt, ist es kein Problem, lediglich für ein Wochenende zu bleiben. Reserviert haben wir schon vor der Abfahrt in Deutschland.
Obwohl bei unserer Ankunft noch nichts geöffnet ist, werden wir sehr nett empfangen und bekommen den Schlüssel für die Steckdose.
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Seit der Saison 2024/25 gehört das Skigebiet zum Scandinavian Skipass. Wir haben Ivo, den Gründer des Skipassverbundes gebeten, unsere Keycards hier zu hinterlegen.
An der Rezeption wird uns ein Beutel von Ivo mit den Skipässen und kleinen Geschenken überreicht. Die schicken Skibrillen und Schlauchschals tragen wir gern, um Werbung für den tollen Skipass zu machen, der in 16 Skigebieten in Schweden, in 6 in Norwegen und in 1 Skigebiet in Italien gilt.
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Gestern war es noch so schön, heute zur Eröffnung der Saison in Fjätervålen ziehen dichte Wolken durch und es schneit ab und an bei -7°C.
Wir haben trotzdem Spaß an unserem ersten richtigen Skitag in diesem Winter. Die Skihalle in Bispingen zählt nicht wirklich.
Auch hier ist bisher wenig Schnee gefallen. Die Pisten aus Kunstschnee sind hart, aber griffig. Mit der dünnen Neuschneeauflage fährt es sich gut und staubt sogar ein bisschen.
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Die gemütlichen Sitzecken am Kamin im Wärdshus laden dazu ein, sich immer mal wieder aufzuwärmen.
Zum "Dagenslunch" gönnen wir uns schmackhaftes Bier aus einer Brauerei in Mora und stoßen auf eine gute Skisaison an.
Noch sind keine weiteren Camper hier. Es gibt für den Winter nur vier drop-in Plätze, die in der Hochsaison (Jahreswechsel, Sportferien und Ostern) sicher gern gebucht werden.
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Zwei nagelneue Container dienen als Sanitärraum und Küche. Waschmaschine und Trockner stehen in einem anderen Gebäude zur Verfügung.
Wir haben das Gefühl, dass die Dauercamper mit ihren Wohnwagen erst seit diesem Jahr hier sind.
Beim letzten Mal sah der Stellplatz noch ziemlich improvisiert aus. Jetzt ist es ein kleiner feiner Fjällcampingplatz geworden.
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Über Nacht fallen 10 cm Neuschnee. Auch wenn noch nicht so viele Pisten geöffnet sind, macht es einen Heidenspaß durch den feinen Powder zu gleiten.
Am Nachmittag erkunden wir die Hüttensiedlung zu Fuß. Ein Traum, um hier Weihnachten zu feiern!
Eine Bewohnerin verwickelt uns in ein Gespräch und wundert sich, was uns ausgerechnet nach Fjätervålen zieht. Als wir erzählen, dass es bereits der siebte Winter ist, den wir in Skandinavien verbringen, versteht sie unsere Begeisterung.
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Ups, die Sonne scheint. Das war nicht vorhergesagt.
Der Plan wird geändert. Wir fahren später nach Lofsdalen. Erst kommen die Ski nochmal raus und es geht ab auf die Piste.
Mit einem Saisonskipass fällt es leicht, nur für ein paar Stunden unterwegs zu sein und nicht den teuren Tagesskipass ausnützen zu müssen.
Skigebiet Fjätervålen 
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Lofsdalen 23.12.2024-3.1.2025
Nach dem Skifahren dauert es eine Weile bis das Wohnmobil startklar ist. Isomatten und Stromkabel müssen abgebaut und verstaut werden, Klokassette entleeren, Müll wegbringen, Staubsaugen, Kühlschrank mit einem Gurt verriegeln, Bretter und Keile einpacken und Stromkastenschlüssel in die Checkout-Box werfen, dann kann es losgehen.
Die Sonne strahlt unterwegs noch die Bäume an, doch schon bald wird sie untergehen. Die Fahrt dauert länger als gedacht. Die Straße schängelt sich, ist eisig und weist teilweise starke Steigungen auf. Zum Glück war ein Streufahrzeug unterwegs und hat die Kurven und Anstiege entschärft.
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Bei der Ankunft in Lofsdalen ist unser bereits Ende Mai 2024 reservierter Stellplatz von einem Dauercamper belegt. Auf den beiden anderen favorisierten Plätzen stehen Wohnmobile aus Deutschland. Da waren wohl zu viele schöne Fotos auf unserer Website und in den sozialen Medien, selbst Schuld.
Wir holen den Willkommensbrief aus der Box und stellen fest, dass uns ohne weitere Information, ein anderer Platz zugewiesen wurde. Dieser liegt direkt an der Einfahrt. Oberhalb ist die Durchgangsstraße vom Ort und unterhalb steht ein riesiges Wohnmobil, was die Sicht versperrt. Schief ist die Fläche auch noch. Das geht gar nicht! Eine Alternative muss her, zur Not fahren wir woanders hin.
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In der Rezeption ist keiner da, also erstmal telefonieren. Die Betreiberin tut etwas unwissend und hat keinen anderen freien Platz, den sie uns anbieten kann. Wir schlagen vor, dass wir uns neben das Sanitärgebäude stellen. Dort wird normalerweise der Schnee in den See geschoben. Sie fragt beim Pflugfahrer nach, ob er den Schnee woanders zwischenlagern kann. Das funktioniert, wir dürfen stehen bleiben. Weihnachten ist gerettet.
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Jetzt haben wir den eigentlich besten von allen Kurzzeitplätzen. Auf der einen Seite ist das Skigebiet zu sehen und auf der anderen der zugefrorene See. Das Sanitärgebäude neben der Eingangstür stört überhaupt nicht. Im Gegenteil, nun ist der Weg zur Dusche sehr kurz.
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Am Heiligabend geht es traditionell auf die Bretter. Auch hier hat es noch nicht viel geschneit, nur einige Skipisten sind mit griffigem Kunstschnee präpariert. Am Morgen brennt der Himmel und dann scheint die Sonne. Wir sind glücklich mit unserem Weihnachtsgeschenk. Abends gibt es Kartoffelsalat mit Bockwurst und anschließend gemütliche Zweisamkeit, mehr brauchen wir nicht.
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Uwe sagt es kommen sieben Winter. Wenn das stimmt, ist einer davon gerade zu Ende. Am ersten Feiertag steigt die Temperatur auf +5°C und das bisschen Schnee, was bisher gefallen ist, beginnt zu tauen. Wir bringen die Ski zum Service ins Sportgeschäft, gehen ein Stück spazieren und schauen im Supermarkt vorbei.
Leider kontrollieren wir den Kassenzettel nicht sofort und merken erst bei Auspacken, dass der junge Typ an der Kasse die teuren Blutorangen statt der Grapefruit aus dem Angebot eingetippt hat. Ist es nicht traurig, dass er die Früchte nicht unterscheiden kann? Vielleicht mag er kein Obst. Nächstes Mal gehen wir wieder an die Selbstbedienungskasse, dann sind wir wenigstens selbst schuld, wenn der Preis nicht stimmt.
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Zum Sonnenuntergang brennt erneut der Himmel. Genau diese Lichtstimmungen sind es, warum wir immer wieder im Winter nach Skandinavien fahren.
Beim Abendessen trauen wir unseren Augen kaum. An der Decke über der Küche krabbelt Karl der Käfer, der uns bereits seit dem Sommer begeleitet.
Wir wissen nicht, wie oft wir ihn unterwegs schon in verschiedenen Orten ausgesetzt haben, anscheinend findet immer wieder einen Weg zurück ins geheizte Wohnmobil.
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Dadurch dass die Amerikanische Kiefernwanze, wie wir über die Google-Bildersuche herausgefunden haben, links nur ein Bein hat, nehmen wir an, dass es sich immer um dasselbe Tier handelt. Die Art stammt aus dem Westen der Rocky Mountains und wurde vermutlich 1999 nach Europa eingeschleppt. Die Wanzen ernähren sich von jungen Samen und Blüten der Nadelbäumen. Zum Überwintern suchen sie geschützte Bereiche auf.
Wahrscheinlich krabbelt Karl der Käfer immer eine ganze Weile im Zwischenboden herum, bis er sich im Wohnraum blicken lässt. Mal sehen, ob er es noch einmal bis ins Wohnmobil schafft oder hier in Schweden bleiben muss.
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Der nächste Morgen beginnt wieder mit einem irren Farbenspiel. Es taut noch immer ein bisschen. Die Scooter fahren trotz der Pfützen über den See. Hinter ihnen spritzt das Wasser nur so hoch.
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Ein Highlight der Weihnachtszeit in Lofsdalen ist der Weihnachtsmarkt am zweiten Feiertag.
Wir kennen uns schon aus und kaufen bei den Sami kaltgeräuchertes Rentierfleisch, ein geräuchertes Rentierherz und Rentierwurst. Sie erinnern sich an uns und freuen sich, dass wir wieder dabei sind
Die Schlange an der Tunnbröd-Bäckerei in der Bystuagan ist lang, doch das Warten lohnt sich für frisch gebackene Polarbrote.
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Am Nachmittag präparieren zwei Männer wenige Meter vor unserem Wohnmobil eine Badestelle im See. Vor einigen Jahren konnten wir hier mal ein Eisbadeevent mit Kerzenschein und Glögg beobachten. Zum Mitmachen wäre es uns dann aber doch zu kalt, selbst nach der Sauna, die wir abends noch anheizen.
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Kein Neuschnee, aber Sonnenschein. Die Qualität der Pisten ist nach dem Tauwetter besser als erwartet. Sogar der Toppenexpress läuft, so dass wir den Sonnenaufgang am Gipfel erleben können.
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Im Laufe des Vormittags schieben die Skifahrer den lockeren Schnee zusammen und die recht vereisten Kunstschneepisten kommen zum Vorschein.
Wir wollen das schöne Wetter trotzdem nutzen und ganz oben in der Skybar Sushi essen. Leider bleibt nichts so wie es mal war. Es gibt nur noch Toast in verschiedenen Varianten. Enttäuscht ziehen wir von dannen und essen im Wohnmobil.
Die Sushi-Bar soll jetzt unten im Ort sein, doch die Lage ist nicht vergleichbar, schade!
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Der nächste Vormittag wird auf dem Campingplatz verklüngelt. Uwe repariert seinen Skischuh, an dem eine Schnalle gerissen ist.
Später am Laptop stellt er fest, dass wir heute die 3100. Nacht in unserem Wohnmobil (Baujahr 2010) verbringen werden und dass gerade der 300. Kuchen in der Omnia-Form gebacken wird. Was würden wir nur ohne diese ganzen Statistiken machen?
Zum Mittag gibt es eine leckere Bowl mit Avocado, Mango und Hähnchen.
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Nach dem Abwasch geht's einkaufen. Die Reagle im Supermarkt füllen sich langsam mit Delikatessen für den Silvesterabend, nur den besonders schmackhaften Honig aus Jämtland rückt keiner raus. Wie wir später erfahren, war die Honigausbeute in 2024 gering, so dass ihn wohl die Einheimischen vernaschen werden.
Auf dem Rückweg quasseln wir ein bisschen mit den Stuttgartern, die auf dem Platz stehen, wo wir in den letzten Jahren Weihnachten und den Jahreswechsel verbracht haben. Sie sind nett und waren uns mit ihrer Reservierung eine Nasenlänge voraus, es sei ihnen gegönnt.
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Anschließend spazieren wir noch ein Stück über den zugefrorenen See, erst zu der kleinen Insel und dann zur Eisbadestelle, die sehr gut angenommen wird. Immer wieder kommen Paare und Familien mit Kindern, die in das eiskalte Wasser steigen. Respekt! Unsere selbstgebastelten Kerzenhalter aus Eis erhellen die Nacht.
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Der Spruch "Morgenrot, schlecht Wetter droht" scheint sich nicht zu bewahrheiten. Der in der Vorhersage versprochene Schneefall bleibt aus. Wir gehen Wandern statt Skifahren.
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Den schmalen Naturstieg haben wir schon oft als Talabfahrt aus dem Skigebiet genutzt, um direkt zum Campingplatz zurück zu kommen.
In den vergangenen Jahren sind bereits weiter oben neue Hütten gebaut worden. Nun nimmt der Wahnsinn seinen Lauf und auch unten wurde ein ganzer Hang frisch gerodet.
Lofsdalen ist längst kein Geheimtipp mehr. Früher hat man mit günstigen Skipasspreise geworben, um neue Gäste anzulocken. Inzwischen ist es recht voll.
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Wir stapfen durch den ziemlich tiefen Schnee. Einmal muss ein Bach über ein schmales morsches Brett überquert werden. Ohne die starke Hand meines Mannes wäre ich da niemals rüber balanciert. Es knackt unter Uwes Gewicht, hält uns aber, ohne dass wir nasse Füße bekommen.
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Oben im Skigebiet hat es ein wenig geschneit. Die Hänge sind geradeso überzuckert. Die Skipisten sehen noch traurig aus. Manchmal sind wir um diese Zeit schon durch den Tiefschnee gefegt. Naja, jedes Jahr ist anders.
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Runter geht es über die Abenteuerpiste, die im Sommer eine Mountainbike-Strecke ist. Eigentlich wollen wir im Scooterhaus Mittag essen, doch heute ist der einzige Tag, an dem es geschlossen hat. So ein Pech!
Auf dem Weg zurück zum Campingplatz kommen wir an einem Rentiergehege vorbei. Sie gucken neugierig, kommen ganz nah an den Zaun und lassen sich streicheln.
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Am nächsten Morgen laufen wir mal wieder die 1,5 km bis zum Skigebiet. Plötzlich steht ein Auto mitten auf dem Gehweg. Vor ihm kreuzt die frisch präparierte Loipe. Da muss sich das Navi wohl vertan haben oder der Fahrer hat gepennt. Seine kaputte Seitenscheibe ist mit Folie zugeklebt und die Heckscheibe vereist.
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Der Sonnenaufgang kündigt einen herrlichen Tag an. Am Himmel bilden sich polare Stratosphärenwolken.
Wir nutzen die ruhige Zeit am Morgen, um unsere Runden durch das Skigebiet zu drehen. Während des Vormittags wird es voll, weil der obere Sessellift wegen starkem Wind erst später öffnet.
Die Traube aus Skifahrern sieht allerdings schlimmer aus als sie ist. Wir stehen maximal eine Vietelstunde an. In den Alpen haben wir es auch schon auf eine Stunde Wartezeit geschafft.
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Gegen Mittag sind wir genug gefahren und laufen mit geschulterten Ski runter zum Scooterhaus. Heute ist es offen und die Wildhamburger sind noch immer perfekt zubereitet.
Im Wohnmobil bleibt nicht viel Zeit für Erholung, denn um 16 Uhr wollen wir wieder im Skigebiet sein, um die Fackelabfahrt zu beobachten.
Eigentlich hätten wir auch mitfahren können, einen Skipass für die Bergfahrt hätten wir gehabt.
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Eine Schlange aus 250 Skifahrern kommt mit Fackeln in der Hand den Berg herunter, zusätzlich noch ein paar Kinder mit Taschenlampen. Die Liftwarte stecken ein großes Herz in den Schnee, das Logo des Skigebietes. Wir haben das Spektakel schon öfter gesehen, doch es ist immer wieder bezaubernd schön.
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Bereits gestern hat uns Dortje aus der Facebookgruppe "Winter Camper ***** camping every time" zum Kaffee im Wohnmobil besucht. Wir sind uns sofort symphatisch und verabreden uns bei der Fackelabfahrt.
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Weil es so voll war im Skigebiet, wollten wir Silvester eigentlich gar nicht auf die Piste. Dortje überredet uns trotzdem, mit ihr gemeinsam zu fahren. Wir lassen uns breitschlagen und sollen es nicht bereuen.
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Wie immer geht's gegen halb zehn zum höchsten Punkt, um den Sonnenaufgang zu bewundern. Es macht viel Spaß zu dritt und ist auch leerer als gestern. Während der Liftfahrten wird ununterbrochen gequatscht.
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Am Nachmittag besuchen wir gemeinsam die Skybar. Ganz hinten steht ein gemütliches Sofa direkt an den Panoramafenstern. Das ist perfekt für uns, dazu ein lokales Bier, so kann man das Jahr ausklingen lassen.
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Auf dem Campingplatz folgt mal wieder ein kleiner Aufreger. Bereits gestern hat ein Eisbader mit laufendem Motor dicht neben unserem Wohnmobil geparkt, heute steht ein anderer da. Man merkt, dass in Schweden eine neue Generation heranwächst, die nicht mehr so viel Rücksicht auf die Privatsphäre nimmt, wie man es von den Skandinaviern gewohnt ist. Wir sind es leid, holen einen Grill vom Abstellplatz hinter dem Sanitärhaus und sperren damit den "Parkplatz" ab, nun haben wir unsere Ruhe.
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Zum Abendessen wird das traditionelle Silvestermenü zubereitet. Ganz so viel wie früher können wir nicht mehr essen, deshalb gibt es nur noch drei Gänge mit Rentierfilet und Khaki als Hauptgericht.
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Überraschend kündigt sich Besuch an. Dortje kommt mit ihrem Kumpel Ralf, der Liftwart ist, zu uns. Wir kennen ihn vom täglichen Winken im Skigebiet. Es wird ein kurzweiliger, unterhaltsamer Abend und zack ist es Mitternacht. Im Ort werden unzählige Feuerwerke gezündet. Vor vier Jahren, als wir das erste Mal zum Jahreswechsel hier waren, flogen nur vereinzelt ein paar kleine Raketen. Die Zeiten ändern sich.
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Am Neujahrstag wird erstmal ausgeschlafen. Wir fühlen uns, als ob wir die Nacht durchzecht hätten, dabei haben wir gar nicht viel Alkohol getrunken. Zum Anstoßen gab es Dortjes alkoholfreien Sekt.
Nach dem ausgiebigen Frühstück kümmert sich Uwe um Frisch- und Abwasser. Anschließend holen wir aus dem Supermarkt, was wir für die Tage am nächsten Reiseziel brauchen, dort gibt es keinen Laden. Die Müllstation für den Verpackungsabfall liegt auch gleich auf dem Weg. Der Nachmittag wird im Wohnmobil vertödelt.
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Am frühen Abend bimmelt die Aurora-App. Die Sonnenaktivität ist hoch. Sie gibt eine Wahrscheinlichkeit von 30% an, dass an unserem Standort Polarlichter zu sehen sein sollen. Also warm anziehen, draußen sind -18°C. Die Mühe lohnt sich, bunte Lichter tanzen über dem See und direkt über unserem Wohnmobil.
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Den letzten Tag in Lofsdalen verbringen wir noch einmal auf den Skipisten. Oben pfeift starker Wind, der bereits die Eisplatten freigeweht hat. Weiter unten im Wald lässt es sich noch immer ganz gut fahren, doch so langsam könnte es wirklich mal kräftig schneien. Der Minischneeschauer gegen Mittag reicht lediglich, um die Landschaft etwas weißer aussehen zu lassen. Dafür verwöhnt uns die Sonne.
Skigebiet Lofsdalen 
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Noch eine Geschichte aus der "schönen" neuen digitalen Welt:
Uwe möchte in der Pause Kaffee für uns kaufen und wie jeden Tag mit der Kreditkarte bezahlen, doch das Zahlsystem ist ausgefallen. Man kann lediglich mit dem Mobiltelefon per Swish die Rechnung begleichen, das funktioniert jedoch nur für die Einheimischen. Der Versuch, am Nachbartisch 100 Kronen zu wechseln, schlägt fehl. Niemand hat Bargeld dabei. Letztendlich zahlt ein Schwede für uns und wir geben ihm den 100 Kronen-Schein, obwohl der Kaffee nur 70 Kronen gekostet hätte.
Spannend wird es, wenn die elektronischen Systeme mal für längere Zeit ausfallen oder gestört werden, dann wird man wahrscheinlich über etwas Bargeld in der Tasche froh sein.
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