Skandinavien - Winterreise (Februar 2025)

Storklinta 31.1.-2.2.2025

Wir schlafen relativ lange und starten erst gegen 10:30 Uhr. 140 km Fahrstrecke liegen vor uns, eigentlich nicht so viel, dachten wir zumindest. Die Straßen sind schön glatt gefräst, wir kommen gut voran.

Gefräste Straße

In der Nähe von Norsjö wollen wir einen Stopp bei der ehemals längsten Seilbahn der Welt einlegen, doch die von uns ausgewählte Zufahrt liegt dick unter dem Schnee versteckt.

 

Wir fahren weiter geradeaus und zack sind wir raus aus dem kleinen Ort Örträsk. Die Straße ist zwar geräumt, doch es gibt keine Wendemöglichkeit bis zur kleinen Häuseransammlung Östra Högkulla.

 

Beim Wendemanöver fahren wir eine eisige Schräge hinunter, die wir nicht wieder hinaufkommen.

Pfeiler Seilbahn

Ein Mann aus dem Haus nebenan fragt in perfektem Deutsch, ob wir Hilfe brauchen. Er erklärt uns, dass seine Nachbarn aus Deutschland und Österreich sind. Wir lehnen dankend ab und ziehen kurz die Schneeketten auf.

Museum Linbana

Kabinen

Zurück in Örträsk hält Uwe am Straßenrand und ich gehe zu Fuß gucken, ob es noch eine andere Zufahrt zur Seilbahn gibt. Ein schmaler Streifen ist geräumt und auch ein Parkplatz, doch der Weg ist eher nur für PKWs geeignet.

 

Ich schieße ein paar Fotos von den Überresten der mit 13 km ehemals längsten Seilbahn der Welt, die 2018 leider stillgelegt wurde. Früher konnte man in 28 Kabinen (je 4 Peronen) mit ca. 11 km/h in einer zweistündigen Fahrt über die Wälder, Moore, Seen und Flüsse der nordischen Landschaft schweben.

In Kusfors entdecken wir eine alte Dampflok. Das gemütliche Café im Bahnhofsgebäude ist leider geschlossen.

Dampflok in Kusfors

Gegen 15 Uhr kommen wir im Skigebiet Storklinta an. Durch die Wendeaktion und Fotosession an der Seilbahn haben wir deutlich länger gebraucht als gedacht. Oscar, der sehr nette Betreiber, erwartet uns schon und befreit den Stellplatz noch einmal mit dem Radlader vom Schnee.

Camping Storklinta

Von 18-21 Uhr ist Nachtskifahren. In Storklinta gilt unser Scandinavian Skipass, also los. Die Bedingungen sind traumhaft, unter der Woche hat es 20-30 cm geschneit und ein Teil der Flutlichtpiste wurde nicht präpariert.

Skilift

Starthäuschen

Powder

Sonnenschein und Manchester auf den Pisten, perfekte Voraussetzungen für ein wunderschönen Skitag.

Sonnenaufgang

Schöner Skitag

Am Abend ist eine starke Nordlichtaktivität vorhergesagt. Ich schnappe mir die Kamera mit Stativ und finde ein dunkles Eckchen ganz am Rand des hell erleuchteten Campingplatzes. Nur schwache bunte Schleier sind zu sehen. Für schöne Fotos oder gar einen Zeitraffer reicht die Intensität leider nicht.

Nacht auf dem Campingplatz

Über Nacht schneit es ein wenig. Unser letzter Skitag in Storklinta ist wolkig. Oscar hat die Pisten perfekt präpariert, so dass das Skifahren auch heute sehr viel Spaß macht.

 

Das lustige Schild am Liftausstieg ist uns gestern gar nicht aufgefallen. Diese Symbolik haben wir noch nie gesehen. Irgendwie ist es ja eine gute Idee, die Regeln mit Verkehrsschildern zu visualisieren.

 

Skigebiet Storklinta Storklinta

Interessantes Schild

GPS-Track

Jokkmokk 3.-9.2.2025

Wir wollten eigentlich noch einen Zwischenstopp am Storforsen einlegen, doch die nicht funktionierende Eingangstür nervt.

 

Das Päckchen mit dem neuen Türschloss ist bereits in Jokkmokk angekommen. Wir können es morgen abholen, also fahren wir direkt dorthin.

 

Außerdem ist für die nächsten beiden Tage Schnee angesagt. Da sind wir besser schon am Ziel.

Rastplatz

Nachdem ich einige Streetview-Bilder der kürzesten Route studiert habe, fällt die Entscheidung für die ca. 40 km längere Strecke über die Hauptstraßen. Das Risiko schmale Schotterpisten zu fahren, gehen wir lieber nicht ein, auch wenn sie im Winter oft kein Problem darstellen.

 

Mittag gibt es auf einem schönen Rastplatz am Pite Älv. In Kåbdalis tanken wir voll und am Polarkreis wird noch kurz gestoppt. Die mit Aufklebern vollgepappten Schilder sind allerdings nicht besonders fotogen.

Am Polarkreis

Jokkmokk

Es ist deutlich zu merken, dass wir weiter im Norden sind. Bei der Ankunft in Jokkmokk gegen 15 Uhr wird es bereits dunkel.

 

Wir umkreisen zweimal die Schneeskulptur, die für den Wintermarkt errichtet wurde, und haben es dann nicht mehr weit bis zum Campingplatz.

 

Einige Wohnmobile aus Deutschland sind schon hier. Es ist eine riesige Fläche geräumt, die bestimmt noch voll wird.

Campingplatz

Am Morgen steht in der Paket-App, dass unsere Lieferung zugestellt wurde. Uwe geht freudestrahlend zur Rezeption, doch dort ist es nicht. Die Rezeptionistin meint, wir sollen es in der Poststelle des Supermarktes abholen. Den Vormittag warten wir noch ab, ob wir einen Abholcode über die App bekommen, doch Fehlanzeige.

 

In der Poststelle versuchen nacheinander vier Leute, das Paket zu finden, ohne Erfolg. Auf dem Rückweg fällt uns ein, dass auf der Website des Campingplatzes zwei Adressen angegeben sind. Wir fragen an der Rezeption nach und siehe da, das Päckchen liegt in einem Schließfach in der Kommune. Der Chef wird es uns mitbringen.

 

Na ja, immerhin haben wir einen kleinen Spaziergang durch die tief verschneite Stadt gemacht und einen Blick in die sonst verschlossene Kirche geworfen. Sie wurde zufällig gerade von einer Reisegruppe besucht.

Verschneiter Weg

Kirche

Kirche innen

Annett und Walter, unsere Freunde aus Norwegen sind inzwischen auch eingetroffen. Wir machen uns gemeinsam einen schönen Abend.

 

Es schneit und schneit, so wie wir Jokkmokk kennen und lieben. Auf dem Campingplatz kommen immer mehr Wohnmobile und Wohnwagen an, sogar ein Zelt haben wir schon gesehen.

 

Ein Hubschrauber holt Gäste für einen Rundflug ab. Der lockere Schnee staubt ordentlich herum, als er landet und wieder startet.

Schnee satt

Hubschrauber

Türsicherung

Dann ist endlich unser lang ersehntes Päckchen mit dem Türschloss da.

 

Wir hatten die Tür ja eine Woche lang nur am Griff mit einem Spanngurt gesichert und mussten immer durch das Fahrerhaus aus- und einsteigen.

 

Uwe baut den Riegel aus dem neuen Schloss aus, weil es leider schwarz ist und nicht zur Tür passt, und repariert das alte beigfarbene damit.

 

Nun können wir die Tür endlich wieder abschließen.

Türschloss

Erst am späten Nachmittag kommt der Schneepflug. Wahrscheinlich musste zunächst in der Stadt geräumt werden. Auf dem Campingplatz hat er gut fünf Stunden zu tun, um alle Stellplätze vom Schnee zu befreien.

Schneepflug

Abends geht es gemeinsam zur offiziellen Eröffnung des 420. Wintermarktes.

 

Die Gouverneurin von Norrbotten hält eine Rede und entzündet die Feuerschale auf der Bühne.

 

Ein weißes Rentier kündigt die Parade an, die jeden Tag zur Mittagszeit über den Markt zieht. Der Rentierzüchter macht dies nun schon zum 60. Mal.

 

Einige Künstler tragen typisch samische Musik vor. Es ist eine schöne Atmosphäre.

Marktsymbol

Eröffnungszeremonie

Am nächsten Tag besuchen wir den Markt. Unzählige Stände bieten lokale Spezialitäten, typisch schwedische Süßigkeiten, Kleidung und Kunsthandwerk an. Viele Dinge gefallen uns, gekauft werden aber nur Lebensmittel.

Markt

Keramik

Ein Highlight ist die tägliche Rentierparade. Die Familie eines Rentierzüchters zieht in traditioneller Kleidung mit mehreren Schlitten über den Markt. Sie stoppen immer wieder und werden von Fotografen umringt.

Rentierparade

Rentierparade

Am feuer

Nach gut zwei Stunden sind wir platt und mit Reizen überflutet.

 

Ein Toast mit Pfifferlingen, überbacken mit Käse aus Västebotten schmeckt lecker und gibt uns Kraft, um die 4 km zurück zum Campingplatz zu laufen.

 

An der Abfahrstelle des Scootertaxis ruhen wir uns kurz am Feuer aus, dann geht's ins Wohnmobil.

 

Am Nachmittag müssen die vielen schönen Eindrücke erstmal verarbeitet werden.

Campingplatz

Originelles Zelt

Gigantisches Expeditionsmobil

Tauwetter am Polarkreis, nicht schön, doch es gehört nun mal zum Winter dazu. Neben unserem Wohnmobil kommen seltsame große Abdrücke zum Vorschein. Am See fotografieren ganz viele Leute, was ist da wohl los? Eine Elchkuh stapft mit ihrem Kalb am Ufer umher. Nun wissen wir von wem die Hufabdrücke sind.

Elchspuren

Elche

Am zweiten Markttag wird mal nicht in die Stadt gelaufen. Wir warten auf den etwas verspäteten Bus.

 

Ein PKW stoppt in der Haltestelle und nimmt einige Fahrgäste mit, wie nett. Wir lassen einem älteren Paar den Vortritt, kurz darauf ist der Bus da.

 

Gleich beim Busbahnhof liegt Jokkmokks Tenn, eine Silberschmiede. Die Handwerker arbeiten zwar gerade nicht, trotzdem ist es interessant, ihre Werkbänke zu besichtigen. Wir mögen das, was sie herstellen, doch wohin mit einem silbernen Rentier?

Silberwerkstatt

Rentier mit Pulka aus Silber

Auf dem Weg zum See, wo die Rentierrennen stattfinden sollen, kommen wir an der alten Kirche vorbei. Sie steht offen und wir wollen eigentlich nur einen kurzen Blick hineinwerfen. Als wir erfahren, dass gleich ein Orgelkonzert beginnt, werden kurzerhand Eintrittskarten gekauft und wir bleiben.

Alte Kirche

Glockenturm

Es werden Stücke von Johann Sebastian Bach und anderen Künstlern gespielt. Die Orgel klingt nicht ganz so gut, wie wir es uns vorgestellt hatten, dennoch gefällt uns das Konzert, allein schon wegen der gemütlichen Atmosphäre in der kleinen Kirche.

 

Danach ist das Rentierrennen vorbei. Wir laufen trotzdem am See zurück in Richtung Campingplatz und beobachten die Hubschrauber beim Starten und Landen für die ziemlich kurzen Rundflüge und die Hundeschlitten bei ihren noch kürzeren Runden. Beide Aktivitäten sind nichts für uns.

Hubschrauber

Schon lange wollen wir eine Kuksa, die traditionelle samische Holztasse haben. Auf dem Markt werden sie in vielen Varianten angeboten. Die Tochter von Ola Landin, der auch schöne Messer herstellt, verkauft uns zwei Kuksas ganz nach unserem Geschmack, die wir von nun an in Ehren halten und auch benutzen werden.

Einkauf erster Markttag

Einkauf zweiter Markttag

Den nächsten Vormittag verbringen wir auf dem Campingplatz. Zum Glück herrschen wieder zweistellige Minusgrade, die Bäume sind wunderschön vereist und glitzern in der Sonne.

Campingplatz

Auf dem Campingplatz

Freunde

Mittags besuchen wir den Markt zum dritten Mal. Der Samstag ist der geschäftigste Tag, das merkt man. Wir schauen in einigen Gebäuden vorbei, wo handwerkliche Dinge ausgestellt sind und auch verkauft werden.

Trommeln

Heute lassen wir uns das Rentierrennen nicht entgehen. Die Tiere werden an den Schlitten angespannt und laufen dann einen sehr kleine Runde. Die Leute auf den Schlitten scheinen Touristen zu sein. Es ist mehr eine Gaudi, denn ein seriöses Rennen. Wir haben es mal gesehen, sind aber nicht gerade fasziniert davon.

Vor dem Start

Beim Rentierrennen

Vorbereitungen

Rennen

Den Abend verbringen wir noch einmal mit unseren Freunden. Schön, dass wir uns hier getroffen haben.

Abschiedsabend mit Freunden

Gällivare 9.-14.2.2025

Nach dem Frühstück trennen sich unsere Wege. Annett und Walter fahren gen Süden und wir weiter Richtung Norden. Ursprünglich wollten wir noch an die Küste nach Luleå zum Schlittschuhlaufen und nach Båtskärsnäs, um mit einem Eisbrecher zu fahren. Da wir beide nicht so gern lange Strecken im Wohnmobil sitzen, lassen wir den großen Umweg aus und sind somit nur 100 statt 500 Kilometer unterwegs. Mittags erreichen wir Gällivare und erledigen mal wieder an einem Sonntag den Einkauf im großen "ICA Kvantum" Supermarkt.

 

Unser Lieblingsstellplatz im Skigebiet Dundret war online nicht buchbar, vor Ort aber frei. Auf Nachfrage in der Rezeption können wir uns hier hinstellen und den freien Blick zu den Pisten genießen.

Campingplatz im Skigebiet

Loipe

Das Alpinskigebiet ist nur von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Die Loipen hingegen werden regelmäßig frisch präpariert.

 

Wir holen erstmals auf dieser Reise die Fjällski aus der Heckgarage und laufen eine kleine Runde durch den Wald.

 

Die Sprungschanze und der alte Skilift, nordwestlich vom Skigebiet scheinen seit Jahren stillgelegt zu sein. Der Lift könnte früher eventuell zum aktuellen Skigebiet gehört haben.

Skisprunganlage

Beim Langlauf

Kurz vor Vollmond ist das Wetter oft sehr sonnig, so auch jetzt. Am nächsten Tag kleben wir die Felle auf die Tourenski und laufen über die äußere, unpräparierte Abfahrt zum Gipfel hinauf. Leider ist diesen Winter noch nicht besonders viel Schnee gefallen und der starke Wind bläst ihn im oberen Bereich weg.

Skitour im Skigebiet

Die Rentiere stört das nicht. Sie finden unter der dünnen Schneedecke leichter ihr Futter. An die Menschen im Skigebiet scheinen sie gewöhnt zu sein, von uns fühlen sie sich jedenfalls nicht gestört.

Rentiere

Bergstation

An der Bergstation stürmt es kräftig. Durch leichte Plusgrade hält sich die Kälte in Grenzen. Wir finden im Windfang des Lifthauses etwas Schutz, um die Felle abzuziehen. Noch schnell eine Luftaufnahme der Stadt, dann zügig abwärts, raus aus dem Wind.

 

Die direkte Piste ist ziemlich hart und glatt. Vielleicht hätten wir lieber weiter außenrum fahren sollen, wo gerade eine Gruppe trainiert hat.

 

Wir sind gespannt, wie das Skifahren ab Mittwoch wird, wenn die Abfahrten frisch präpariert sind.

Blick nach Gällivare

Gegen 16 Uhr geht die Sonne mit einem schönen Abendrot unter. Zu 17 Uhr haben wir die Sauna reserviert.

Abendrot

Dazu gibt es wieder mal eine kleine Geschichte aus der tollen neuen digitalen Welt.

 

An der Rezeption wird uns beim Einchecken gesagt, dass wir die BokaMera-App installieren und einen Accout anlegen müssen, um die Sauna zu buchen. Immerhin ist die Nutzung noch kostenlos, nur die App lässt sich auf dem deutschen Handy nicht installieren. "App in deinem Land nicht verfügbar" meldet der App-Store.

 

Freundlicherweise bucht die Rezeption für uns.

Sauna

Ruheraum

Später versuchen wir über die Desktop-Website auf BokaMera zuzugreifen und siehe da, die Buchung ist zu sehen.

 

Eigentlich dachten wir, dass die Sauna automatisch eingeschalten wird. Dem war leider nicht so. Gut, dass ich Uwe zunächst die Haare schneiden will. Inzwischen wird die Sauna warm und wir können es uns gut gehen lassen.

 

Die mit Holz beheizten Sanafässer, die wir letztes Mal noch genutzt haben, wurden abgebaut, schade.

Dieser Winter ist der sonnigste, den wir je in Skandinavien erlebt haben. Die Skilifte öffnen erst am späten Nachmittag. An die frische Luft wollen wir schon vorher, um uns die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen.

 

Direkt vom Skigebiet fährt die Linie 1 ins Stadtzentrum. Bis zur Abfahrt ist noch etwas Zeit. Wir sind die einzigen Fahrgäste und kommen mit unserem Busfahrer Mohammed ins Gespräch. Er fragt wo wir herkommen und was wir hier treiben. Wir reden über die Vorteile des Lebens in Schweden und erfahren, dass er vor 18 Jahren aus Somalia eingewandert ist. Er lebt sehr glücklich mit seiner Familie in Gällivare. Für uns sind sie ein Musterbeispiel von Integration. Seine Frau arbeitet im Krankenhaus. Mohammed spricht perfekt Schwedisch und Englisch und mag seinen Job als Busfahrer.

Bus

Busfahrer

In der Nähe der Kirche steigen wir aus. Von innen können wir sie wegen einer Trauerfeier nicht besichtigen.

Kirche

Ansonsten beeindrucken die Städte im Norden Schwedens nicht gerade mit ihrer Architektur. Lediglich das Haus des Wissens sieht in der Sonne recht eindrucksvoll aus.

 

Wir bummeln durch die Straßen und besuchen die kleine Shoppingmall. Neben den üblichen Geschäften gibt es einen sehr hübsch gestalteten Blumenladen.

 

Stadtbummel Gällivare Gällivare

Blumenladen

Haus des Wissens

Jetzt, wo wir rausgefunden haben, wie die Buchung per Website funktioniert, reservieren wir auch noch ein Zeitfenster zum Wäschewaschen. Die Benutzung der Maschinen ist im Stellplatzpreis inklusive.

Küche im Servisehuas Ripan

Buchung Waschraum

 

Links mal ein Foto von einer Campingküche, wie sie in Nordeuropa Standard ist. Davon könnten sich viele Plätze weiter südlich und deren Gäste eine Scheibe abschneiden. Jeder verlässt sie Küche nach Nutzung picobello sauber.

Auf dem Rückweg aus der Stadt haben wir schon den Skipass zum Abendskifahren ab 16 Uhr gekauft. Nur gut, denn sonst wären wir nach dem Kaffetrinken wohl nicht nochmal aufgestanden. Da hätten wir was verpasst!

Blick nach Gällivare

In der Dämmerung und bei Vollmond geht es mit dem Sessellift zum höhsten Punkt des Skigebietes. Ein tolles Abendrot begeleitet uns auf den ersten Abfahrten. Später erhellt das Flutlicht die Hänge.

Sonnenuntergang

Der Bullyfahrer hat sich große Mühe gegeben, die harten Pisten etwas griffiger zu machen, was ihm sehr gut gelungen ist. Obwohl wir nach wie vor keine Fans des Nachtskifahrens sind, macht es großen Spaß.

Alles hell erleuchtet

Radlader

Am letzten Tag bleiben wir auf dem Campingplatz.

 

Um uns herum ist schweres Gerät im Einsatz. Der Radlader muss die Schneehaufen abtragen, damit wieder Platz zum Räumen beim nächsten Schneefall ist. Der Pistenbully bereitet das Abendskifahren vor.

 

Wir backen und kochen ein bisschen und vergnügen uns im Internet, bevor es um 16 Uhr nochmal zum Skifahren rausgeht.

Pistenbully

GPS-Track Dundret

Kiruna 14.-18.2.2025

Die Reise führt uns immer weiter nach Norden. Diesmal wollen wir ein paar Tage in der nördlichsten Stadt Schwedens bleiben, wo wir sonst nur durchgefahren sind. Der Stellplatz am Hotel E10, direkt an einer belebten Straße, ist nicht die erste Wahl, jedoch liegt er für unsere Pläne strategisch günstiger als der Campingplatz. Wir hoffen, dass es am Wochenende und in der Nacht nicht so laut ist.

Wohnmobilstellplatz

Kiruna wurde als Siedlung für den Eisenerzbergbau gegründet. Die Erzlagerstätte erstreckt sich bis unter die Stadt. Der Abbau ist soweit fortgeschritten dass in der Zukunft Gebäude durch lokale Erdbeeben gefährdet wären. Im Januar 2007 beschloss der Stadtrat, das Stadtzentrum bis 2040 um 5 km nach Osten zu verlegen. Alternativ hätte der Bergbau, der die wirtschaftliche Grundlage der Stadt ist, eingestellt werden müssen.

Alte Kirche

Die Umsiedlung der Bevölkerung ist im Gange. Es gibt interessante Dokumentationen darüber, wie historische Häuser an neue Standorte versetzt werden. Nun ist die alte Kirche dran. Sie wurde eingezäunt und wird für den Transport in Woche 35 vorbereitet. Eine informative Website beschreibt das Vorhaben und visualisiert, den Transportweg in einer Animation. Für uns ist es unvorstellbar, dass man ein so großes Gebäude auf diese Art umsetzen kann. Es wäre sicher sehr spannend zu beobachten, wenn die Kirche über die Straßen rollt.

Abrisshaus

Holzstapel

Am 15.2.2025 gehen wir unseren Weg seit 36 Jahren gemeinsam. Das muss ein bisschen gefeiert werden. Wir laufen in das neue Stadtzentrum von Kiruna und schauen, was sich seit unserem letzten Besuch verändert hat.

Stadthalle

36 Jahre

Das goldene Ei mit einer Sauna innendrin gefällt uns.

Zum Mittag gibt es Sushi und Sashimi bevor wir zum Treffpunkt der gebuchten Tour in die modernste Eisenerzmine Europas aufbrechen.

 

Sushi und Sashimi

Damals haben wir uns in einem ähnlichen Outfit bei der Arbeit kennengelernt, was liegt da näher, als an unserem Jahrestag einen solchen Ausflug zu machen?

 

Ein Bus bringt die Besuchergruppe 540 m unter die Erdoberfläche. Bei der sehr interessanten Führung vergehen die 3 Stunden wie im Flug.

 

Wir erfahren viel über den modernen Erzbergbau, den Transport zu den Häfen in Narvik und Luleå, sowie über die weitere Verarbeitung.

In der Erzmine

Besucherzentrum Erzmine

Der Bus setzt uns anschließend in der hell erleuchteten Stadt ab. Vom LKAB Visitorcenter geht es zu Fuß die 3 km zurück zum Stellplatz. Dort verbringen wir einen gemütlichen Abend im Wohnmobil.

Kiruna am Abend

Alter Chevi

Sonntag ist der ideale Tag für einen Spaziergang durch das alte Stadtzentrum von Kiruna. Da sind nicht so viele Autos unterwegs.

 

Wir machen zunächst eine Lost Place Tour durch das Abrissgebiet bei der Kirche und laufen dann bis fast zum Skigebiet, welches auf der alten Erzgrube errichtet wurde.

 

Stadtrundgang Kiruna Stadtrundgang Kiruna

Skigebiet von Kiruna

Am nächsten Morgen stehen wir etwas zeitiger auf, um pünktlich am Bus zu sein. Wir wollen nach Jukkasjärvi zum Eishotel. Im Fahrplan steht, dass wir an der Haltestelle "Stormarknaden" abfahren. Der Bus hält jedoch auf der anderen Straßenseite hinter einem großen Kreisverkehr an der Haltestelle "Coop". Der Fahrer sieht nicht, dass wir rüberspurten und fährt ohne uns weiter.

 

Der nächste Bus am Nachmittag ist zu spät, das Eishotel wird erstmal abgehakt. Wir nutzen die Zeit, um für die kommende Woche einzukaufen. Dort, wo wir als nächstes hinfahren, gibt es nur einen kleinen Fjällshop.

 

Am Laptop lässt sich auch gut die Zeit verbringen. Abends gehen wir im Hotel in die Sauna.

Tornehamn mit Zwischenstopp in Abisko 18.-19.2.2025

Eigentlich wollten wir heute noch auf dem Luossavaarabacken Skilaufen, doch das Skigebiet von Kiruna öffnet erst um 15 Uhr. Da für morgen Schneefall und starker Wind angesagt sind, wird das schöne Wetter genutzt, um schon in die Nähe von Björkliden zu fahren, wo ab übermorgen ein Stellplatz für uns reserviert ist.

Skigebiet von Kiruna

Wir tanken Diesel und Gas und liefern uns dann ein "Rennen" mit der Erzbahn. Die Straße ist teilweise völlig trocken und kurz darauf wieder komplett vereist. Schwierig wird es bei Gegenverkehr, weil die rechte Seite oft abschüssig verläuft. Uwe fährt sehr vorsichtig, wir kommen trotzdem zügig voran.

Erzbahn neben der Straße

Die Eisklettergruppe am Straßenrand signalisiert, dass es nicht mehr weit bis nach Abisko sein kann. Viele Veranstalter bieten ab dort alle möglichen Winteraktivitäten an. Derzeit sind Sportferien in Schweden und Norwegen. Es halten sich viele Besucher in der Gegend auf.

 

Wir legen am Bahnhof einen Zwischenstopp ein und hätten hier gern genächtigt. Doch wie vermutet, steht am Parkplatz ein unübersehbares Schild, welches das Übernachten in Fahrzeugen verbietet. Parken darf man unbegrenzt lange.

Eisklettergruppe

Egal, wir haben noch ein Ass für einen anderen Platz im Ärmel. Erstmal wird Mittag gegessen und dann laufen wir eine kleine Runde durch den Abisko Canyon. Diesmal ist er tief verschneit und teilweise gefroren. Unser letzter Besuch war im Juni 2020, da sah alles grün aus und die Blumen haben geblüht.

Wanderung im Abisko Canyon Wanderung Abisko Canyon

Abisko Canyon

Abisko Nationalpark

Wasserfall

Canyon

Parkeingang

Kurz flammt die Idee auf, den Campingplatz anzurufen, ob wir heute schon kommen können, doch eigentlich lohnt sich das nicht. Der Platz ist recht teuer und der Tag ist fast rum. Wir hätten nicht wirklich was davon.

Rutschpartie

Parkplatz

Nur 4 km von Björkliden entfert gibt es einen Parkplatz, auf dem wir schon einmal übernachtet haben. Er ist komplett geräumt aber nicht gestreut und hat Glatteis als Untergrund.

 

Bevor es dunkel wird laufen wir noch kurz zum See runter. Eisangler beladen einen Scooteranhänger mit Ausrüstung und Lebensmitteln für eine Woche. Sie bestätigen, dass diesen Winter wenig Schnee gefallen ist und das Eis auf dem Torneträsk normalerweise nicht blank daliegt. Man könnte jetzt wahrscheinlich darauf Schlittschuhlaufen.

Für die Steigung hinauf zum Skigebiet könnten aus Erfahrung Schneeketten nützlich sein. Ich montiere sie schon heute, dann brauche ich das nicht morgen früh im Schneetreiben machen. Bei der Montage fällt mir das vereiste Reifenprofil auf. Es sieht aus, wie mit Knetmasse zugeschmiert, kein Wunder, dass die Räder manchmal durchdrehen.

Schneeketten anlegen

Vereistes Reifenprofil

Björkliden (und Riksgränsen) 19.-28.2.2025

Bevor wir zum Campingplatz hochfahren, rufe ich mal dort an, denn laut Buchungsbestätigung kann man erst ab 15 Uhr einchecken. Wie ich erfahre, steht noch jemand auf unserem Platz, doch bis 11 Uhr muss abgereist werden. Wir haben also noch etwas Zeit. Ich laufe mit der Kamera umher und Uwe fliegt mit dem Copter.

 

Auf der Hauptstraße kommt gerade der Schneepflug, den ich im Vorbeifahren filme. Wenig später klopft Anton, der Schneepflugfahrer, an unsere Tür und fragt, ob er das Video haben kann. Na klar doch, wir tauschen die Telefonnummern aus und ich lade ihm den Clip ins Internet hoch.

Schnepflug

Anton der Schneepflugfahrer

Das Einchecken auf dem Campingplatz geht recht schnell. Leider erklärt die Rezeptionistin nicht so richtig, wo unser Platz ist und ich schaue nicht so genau auf den Plan. Wir wundern uns nur, dass dort, wo wir einparken, keine Reifenspuren zu sehen sind, also niemand da gestanden haben kann.

 

Als wir später zum Skigebiet rüberrutschen, sehen wir, das unser Platz nicht zwischen einem Wohnwagen und einem anderen Wohnmobil auf den Plätzen 10 und 11 liegt, sondern dahinter. Nur die Steckdose für Platz 10 A ist dort. Also mussten wir nach dem Skifahren nochmal die ganzen Isolierungen abbauen und umsetzen. Nun stehen wir schön frei und nicht so kuschelig wie auf dem falschen Platz.

Campingplatz

Als Tagegericht gibt es heute Fisch, so dass wir erstmal im Hotel Mittag essen. Dann geht es noch für eine Stunde auf die Skipiste. Im oberen Bereich ist es sehr windig, da halten wir uns lieber nicht so lange auf.

Im Skigebiet

Über Nacht schneit es ein bisschen. In den Bergen ist es windstill. Morgens haben wir schlechte Sicht, die Wolken wabern an den Gipfeln herum. Später kommt die Sonne raus. Bisher ist nicht viel los im Skigebiet, am Wochenende beginnen die Sportferien in Norrbotten, dann wird es vielleicht voller.

Neuschnee

Im Skigebiet

Kaffeepause

Wir erkunden die Pisten, die wir gestern wegen dem Wind nicht gefahren sind. Auch ins Freeride-Gebiet geht es hinaus, doch die Bedingungen sind nicht so gut. Der Schnee auf dem gefrorenen Untergrund ist, zumindest im oberen Bereich, stark verblasen und teilweise verpresst. So richtig Spaß kommt im Gelände nicht auf.

Blick zum Campingplatz

Am nächsten Morgen ist frühes Aufstehen angesagt. Schon um 8 Uhr fährt der Skibus zur norwegischen Grenze, wo wir heute Skifahren wollen.

 

An der Haltestelle beim Campingplatz ist Lapporten (zu deutsch die Lappenpforte) gut zu sehen. Das markante Trogtal südöstlich von Abisko gehört zu den wohl am meisten fotografierten Fjällmotiven Lapplands.

 

Der Bus fährt pünktlich. Wir sind rechtzeitig zur Saisoneröffnung in Riksgränsen.

Lapporten

An das Skigebiet haben wir richtig tolle Erinnerungen vom Skifahren unter der Mitternachtssonne im Juni 2020. Es gelingt uns, unter den ersten 20 Gästen zu sein, die den noch jungfräulichen Hang direkt neben dem ersten Sessellift durchpflügen dürfen. Weil's so schön war fahren wir gleich darauf noch zweimal. Doch dann fragen wir uns, ob das alles ist? Der zweite Sessellift läuft nicht und wir entdecken auch keine präparierte Piste, die noch woanders hin führt.

Abfahrt beim unteren Sessellift

Kaffepause im Hotel

Irgendwie sind wir schlecht vorbereitet und die Erinnerung an den Pistenverlauf ist schon verblasst.

 

Wir beschießen, erstmal Kaffee zu trinken und uns schlau zu machen. Im "Lappis" Restaurant sind Gäste erst ab 11 Uhr willkommen, also ab ins Hotel. Das Frühstück ist gerade beendet und die Bar hat noch nicht geöffnet.

 

Die Mädels an der Rezeption haben Mitleid mit uns und besorgen Kaffee. Von ihnen erfahren wir auch, dass weitere Lifte geöffnet sind.

Weil der obere Sessellift aus technischen Gründen nicht läuft, müssen wir über den Transportweg, auf die andere Seite. Der Weg ist nicht präpariert, da hier zu wenig Schnee liegt, aber er ist mit Stöcken markiert. Wir schieben das kurze Stück rüber und siehe da, drei Lifte mit einigen präparierten Abfahrten und ein riesiges Freeride-Gelände mit optimalem Gefälle warten auf uns.

Weitere Lifte

Ziehweg

Der Schnee abseits der Pisten ist gut zu fahren, jedoch etwas kompakt. Es strengt deutlich mehr an als fluffiger Pulverschnee. Zwischendurch "erholen" wir uns immer mal wieder auf den befestigten Abfahrten. Diese scheint kaum jemand zu benutzen. Die ganzen Cracks sind im Gelände unterwegs.

 

Zum Mittag gibt es Fischsuppe mit Kartoffeln im "Lappis". Diese wurde heute Morgen schon angepriesen und schmeckt wirklich lecker.

 

Mittsommerskifahren 2020 Riksgränsen

Dagenslunch Fischsuppe

Reichlich Schnee im Tal

Bevor wir zur Bushaltestelle gehen, wird noch durch den Supermarkt gestöbert. Igendwas Interessantes zum Mitnehmen findet sich immer. Der Bus kommt aus Narvik und hat viel Verspätung. Wir rufen im Hotel an und fragen, was los ist, doch sie haben keinen Kontakt zum Busfahrer. Kaum aufgelegt, kommt der Bus. Der Fahrer entschuldigt sich, obwohl er nichts für den stockenden Verkehr kann. Er freut sich über seine einzigen Gäste und plaudert ein bisschen mit uns.

Stürmischer Wind

Am Wochenende fahren wir in Björkliden Ski. Der Sonntag macht seinem Namen alle Ehre, nur der Wind wird immer stürmischer. Gegen Mittag sind alle drei langen Lifte abgestellt. Es lief ohnehin nur noch der Kåppaslift und zwar sehr langsam.

 

Wir drehen ein paar Runden am kurzen Rakkaslift, bevor es leckeren Lachs im Hotelrestaurant gibt. Die Aussicht vom Speisesaal ist atemberaubend, man könnte hier stundenlang sitzen.

 

Skigebiet Björkliden Riksgränsen

Am tallift

Aussicht zum Lapporten

Auf der Abfahrt von den Hütten zum Lifteinstieg ist heute eine Elchkuh mit ihren beiden Jungen unterwegs. Es wird gewarnt, dass man ihnen nicht zu nahe kommen soll. Ein Mitarbeiter der Skipatrouille erzählt, dass sie sich schon länger in der Gegend aufhalten und er nicht versteht, warum sie nicht lieber in der Wildnis bleiben. Vielleicht zeigt die Mama ihren Kleinen die große weite Welt ;-)

Elchkuh

Elchkälber

Auch wenn am nächsten Morgen die Sonne durch die Wolken lugt, legen wir mal einen Tag Pause vom Skifahren ein. Es gibt wieder die Gelegenheit, ohne Mehrkosten zu waschen, das wird natürlich ausgenutzt.

Wäsche waschen

Wäsche trocknen

Die Fjällcampingplätze sind meistens nur Weihnachten, Ostern und an den Wochenenden bevölkert. In der Woche haben wir alle Einrichtungen, wie Aufenthaltsräume, Duschen und Küche, für uns allein. Immer wieder bewundern wir die Disziplin der Schweden. Nach Benutzung der Gemeinschaftsräume wird Ordnung gemacht und geputzt wie zu Hause. Man kann sich überall sehr wohlfühlen.

Aufenthaltsraum

Küche

Am Nachmittag laufen wir zum Bahnhof und schauen bei den Ferienhäusern vorbei. Dafür, dass Schulferien sind, ist hier wenig los. Entweder kommt das Skifahren allmählich außer Mode oder die Familien mit Kindern machen woanders Urlaub. Es gibt ja wahnsinnig viele Skigebiete in Schweden.

Bahnhof

In der Ferne ist das Tröten der Erzbahn zu hören. Wir warten und schauen, wie sie vollbeladen vorbeifährt.

Erzbahn

Bei der Querung der Zufahrtsstraße zum Fjälldorf entdecken wir einen Wegweiser zum "Silverfallet". Bis dorthin sind es nur 500 m auf einem vereisten Weg, gut dass die Stiefel mit den Schuhspikes bestückt sind.

Silverfallet

Wegweiser

Der Wasserfall ist natürlich gefroren, doch wenn das mit den Temperaturen so weitergeht, wird er wohl bald wieder fließen. Wir haben +5°C, es taut bereits zum fünften Mal in diesem Winter.

 

Der Wanderweg führt vom Wasserfall noch weiter hinunter bis auf den zugefrorenen See.

 

Das Eis ist dick genug, wir folgen einer Scooterspur und bewundern die nicht endenden und sehr schönen Eisformationen auf den Felsen entlang des Ufers.

Auf dem See

Weiter draußen laufen Leute Schlittschuh. Schade, dass wir unsere nicht mit zum See genommen haben.

Eis überall

Eisläufer

Wasserfall

Was für ein Tag war das heute? Der geht in die Geschichtsbücher der Skierlebnisse ein. Doch der Reihe nach: Wir stehen wieder früh auf, um mit dem Bus nach Riksgränsen zu fahren und freuen uns auf einen sonnigen Skitag, so wie es der Wetterbericht vorhergesagt hat.

 

Der Bus kommt etwas zu spät und ist diesmal schon sehr voll mit Hotelgästen. Wir egattern die letzten beiden von den 22 Plätzen. Der nette Fahrer stammt aus Italien und möchte wissen, ob wir gestern die Nordlichter gesehen haben. Nein, haben wir nicht, weil wir trotz Alarm in der Polarlicht-App nicht rausgegangen sind.

 

Auf der 30 km langen Fahrt ist es stark bewölkt, ab und an fallen sogar ein paar Schneeflocken. Wo bleibt die versprochene Sonne? Je näher wir zum Ziel kommen, desto nebeliger wird es. Noch geben wir die Hoffnung nicht auf, dass oben die Sonne scheint, doch dem ist leider nicht so.

Sessellift mit Nebelmeer

Dicke Nebelschwaden wabern im Skigebiet herum. Mal sieht man ein bisschen, mal ist alles weiß. Wir rutschen von einer Markierungsstange zur nächsten. Unten am Nordalslift setzen wir uns erstmal in die Wämestube. Es hätte so gemütlich sein können, wenn nicht kurz darauf eine Skilehrerin mit ihrer Kundin reingekommen wäre. Die beiden unterhalten sich ununterbrochen und lautstark. Als sie endlich gehen, genießen wir noch bis 10 Uhr die Ruhe und checken dann die Lage an der Bergstation.

 

Für eine Weile reißt es auf, so dass wir ein paar Abfahrten bei schlechter Sicht machen können. Nach dem Kaffee reicht es uns. Wir suchen die Talabfahrt im Nebel. Da wir sie diesmal noch nicht gefahren sind, schauen wir lieber auf den Plan, als wir den geschlossenen Katterjakklift rechts von uns sehen, nicht dass wir noch an der falschen Stelle rauskommen. Es ist die richtige Piste, wir erreichen das Restaurant "Lappis".

Abfahrt ins Nebelmeer

Dagenslunch

Egal, was es heute als Dagenslunch gibt, auf keinen Fall wollen wir noch einmal nach oben.

 

An der Tafel steht "Pytt I panna", wir haben keine Ahnung, was das ist. Der nette Mann am Tresen erklärt uns, dass es sich um ein schwedisches Gericht mit Fleisch, Bratkartoffeln, Rote Beete und Meerrettichcreme handelt. Das nehmen wir!

 

Dazu noch Salat, Wasser, Bier und später Kaffee, so vergeht die Zeit, bis uns der Bus zurück nach Björkliden bringen soll.

Wir sind, wie schon bei der letzten Fahrt zur Saisoneröffnung, gute 20 Minuten vor der Abfahrtszeit an der Haltestelle. Diesmal warten noch ein paar weitere Skifahrer. Es wird später und später, doch der Bus kommt nicht. Jemand telefoniert und sagt, dass der Bus ein Problem hat. Wir warten weiter, nix passiert! Dann ruft jemand anderes bei der Rezeption in Björkliden an, wie wir es am Freitag ja auch schon getan hatten, weil der Bus viel zu spät kam. Wir werden vertröstet, sie würden zurückrufen.

 

Inzwischen prüfen wir andere Möglichkeiten. Der öffentliche Bus fährt erst übermorgen wieder, der letzte Zug für heute geht in einer Dreiviertelstunde. Die Zeit läuft und läuft, keine neue Info. Wir machen uns auf den Weg zum Bahnhof, die anderen bleiben an der Bushaltestelle stehen. An der Anzeigetafel steht, dass der Zug eine Stunde verspätet kommt, kurz darauf wird es auch in Englisch angesagt.

 

Wir also wieder zurück zum Bus und alle Leute weg, so ein Mist! Das Hotel hatte ein Großraumtaxi geschickt, was gerade losgefahren ist. Die anderen Gäste, mit denen wir vorher gequatscht hatten, sehen uns und bitten die Fahrerin umzudrehen. Wieder sind nur noch zwei Plätze frei, welch ein Glück! Statt um 15 Uhr sind wir dann zwei Stunden später zurück auf dem Campingplatz. Was für ein Tag!

GPS-Track Riksgränsen

Nach dem Abenteuer von gestern haben wir keine Lust, mit dem Bus irgendwohin zu fahren, auch nicht nach Narvik in Norwegen, wo unser Saisonskipass ebenfalls gilt.

 

Wir schlafen aus und warten bis die Sonne den Nebel vertrieben hat, bevor wir noch einmal in Björkliden auf die Piste gehen.

 

Der Ausblick zum Lapporten ist heute wunderschön mit den Wolken auf dem Torneträsk.

Am Lift

Herrliche Aussicht

Obere Pisten

In der Nacht war es kalt, die Bäume sind mit Raureif überzogen. Die Abfahrten im Wald machen nun am meisten Spaß.

 

Aber auch die oberen Pisten sind in einem sehr guten Zustand. Das leichte Tauwetter konnte ihnen nichts anhaben.

 

Trotz der Schulferien ist es sehr ruhig im Skigebiet. Wir hätten gedacht, dass zu dieser Zeit deutlich mehr Urlauber in der Gegend unterwegs sind.

Waldabfahrt

Auf dem Weg zum Mittagessen im Hotel (es gibt Flunderfilet in Weißweinsahnesoße) fallen uns zwei Erlkönige auf, welche wohl Renault R5 sein sollen. Wir hätten das nicht erkannt. Die Folie mit dem wirren Muster lässt einen schnell wieder wegschauen, so ist es ja auch gewollt.

Erlkönige

Nachdem wir vorgestern die Nordlichter verpasst haben, schnappe ich mir am Abend die Kamera mit Stativ und laufe hinauf zu den Ferienhäusern. Ein Tunnel führt unter der Zufahrtsstraße her. Auf der anderen Seite steht man fast komplett im Dunkeln. Auch oberhalb des Hotels liegt ein guter Spot, um die Polarlichter zu beobachten. Leider stört die Bewölkung, so dass nicht viel mehr als einen grüner Schimmer zu sehen ist.

Nordlichter

Schon die ganze Zeit wollten wir mal ein Feuer in der Grillkota machen, heute ist die letzte Chance dafür. Eine Thermoskanne mit Kaffee und was zum Naschen sind im Rucksack dabei.

 

Nach ein paar abschließenden Runden auf den super präparierten Pisten geht's ins Wohnmobil. Uns hat es sehr gut gefallen hier im Norden von Schweden.

 

Der Umkehrpunkt der Reise ist erreicht, ab morgen fahren wir wieder langsam südwärts. In knapp sechs Wochen geht die Fähre zurück nach Deutschland.

Feuer

Tolle Pisten

GPS-Track Björkliden

Der hohe KP-Index in der Polarlicht-App hält, was er verspricht. Es lohnt sich, an unserem letzten Abend noch einmal den Hügel hochzustapfen und das Schauspiel der tanzenden Aurora am Nachthimmel zu beobachten.

Nordlichter

Nordlichter

Nordlichter

Kiruna 28.2.-1.3.2025

Unser Skikumpel Marko wird die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er hier im Reisebericht liest, dass wir an einem sonnigen und windstillen Tag das Skigebiet von Abisko einfach rechts liegen lassen und auf der spiegelglatten "Eisstraße" bis nach Kiruna durchfahren. Vielleicht war es eine falsche Entscheidung, so perfektes Bergwetter herrscht hier oben nicht so oft. Wir kommen wieder und hoffen auf eine neue Chance.

"Eisstraße"

Der Luossavaarabacken, das Skigebiet von Kiruna ist unser heutiges Ziel. Bei der Ankunft gegen Mittag stehen wir noch allein auf den Parkplatz. Die Pisten sind schon präpariert, doch die Lifte öffnen erst um 15 Uhr.

Parkplatz am Skigebiet

Perfekte Pisten

Bis zum Kaffee können wir in der Helligkeit Skifahren, dann legen wir eine kurze Pause im Wohnmobil ein.

Blick zur Erzmine

Richtig interessant wird es erst mit Einbruch der Dunkelheit. Die Lichter der Erzmine und der Häuser in der Stadt machen den Ausblick echt lohnenswert.

 

Einige Skifahrer sind unterwegs, wir müssen jedoch nie am Lift anstehen. Es macht richtig viel Spaß auf den, wenn auch kurzen, Pisten runterzufahren und dabei die Aussicht zu genießen.

 

Skigebiet Luossavaarabacken Luossavaarabacken

Im Sessellift

Blick nach Kiruna

GPS-Track

Abends schlägt die Nordlicht-App Alarm. Uwe schaut nochmal raus, doch es ist nix zu sehen. Dafür macht er ein interessantes Foto von der Erzhalde oder handelt es sich um ein Kreuzfahrtschiff im Hafen?

 

Die Nacht ist alles andere als ruhig. Wir sollten wissen, dass dann, wenn wir ins Bett gehen, die Poser-Szene erwacht und in laut knatternden Fahrzeugen die öffentlichen Parkplätze unsicher macht. Es wird gedriftet, laut geqatscht und die Bässe der Autoradios dröhnen. Irgendwann schlafen wir trotzdem ein und schwören uns (wie schon so oft) nicht mehr an Wochenenden in der Nähe von größeren Städten frei zu stehen.

Erzmine bei Nacht

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